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Umfrage zum Autobahnausbau
Wo soll die A52/B224 hin?

Der Gladbecker Rat eiert rum, jetzt entscheiden Sie!

Die neue Autobahn soll in die Heege!
Ich bin auch mit einer offenen Galerie auf der alten Trasse einverstanden!
Ich will einen vollständigen, langen Tunnel!
Ich bin gegen jeden Autobahn(aus)bau!

Reinhard May - Sei wachsam


Acht EuroMindestlohn

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WAZ-Gladbeck Lokalnachrichten

2. August 2007

DIE LINKE zum geplanten Bau der A 52

Der geplante Ausbau der A52 ist kein Geschenk an unsere Stadt, sondern eine Zumutung, die uns von Außen aufgezwungen wird. Unsere Nachbarstädte im Norden wünschen sich einen besseren Zugang über die B224 zur A2. Der Bund als Bauträger möchte, mit so wenigen Steuergeldern wie möglich, eine Hochleistungsautobahn, mit breiteren Stand- und Hauptfahrstreifen, von Wuppertal nach Münster als zusätzliche Nord-Süd-Querung durch das Ruhrgebiet bauen, die dann Teil einer europaweiten Hauptverkehrsachse wäre. Am Billigsten ließe sich das das als offene Autobahntrasse durch unsere Stadt bauen.

Die Gladbecker sind dabei in erster Linie ein Störfaktor, der diesem Projekt im Wege steht. Es sollte daher selbstverständlich sein, dass alle Gladbecker Politiker das für Bürger und Stadt kleinste Übel fordern. Lässt sich kein Konsens für eine zeitgemäße und gute Lösung für unsere Stadt erzielen, sollte es selbstverständlich sein, dass DIE LINKE. auch „nein“ sagen darf, es im Interesse der Bürger sogar sagen muss.

Viele andere Straßenbauprojekte in unserer Region, die geeignet waren die Verkehrsströme zu entzerren, etwa die A41 (Gelsenkirchen), die Lipperrandautobahn (Dorsten und Marl) oder die A31 Fortsetzung (Bottrop) sind am massiven Widerstand der beteiligten Kommunen gescheitert. Der Ausbau der B224 in Gladbeck wäre unnötig gewesen, wenn die Nachbarstädte z.B. den Weiterbau der A31 oder den Bau der A41 mitgetragen hätten. Den Gladbeckern von dort nun eine Verweigerungshaltung vorzuwerfen, ist also nicht angebracht.

Die Aussagen in der Umweltverträglichkeitsstudie, die, egal in welcher Weise der Ausbau der A52 durch Gladbeck erfolgt, nur eine Verbesserung der Belastungssituation (Lärm, Staub und Abgase) für die Anwohner prognostizieren, sind sehr zweifelhaft. Sie werden in der UVS auch nicht hinreichend belegt. Die für eine solche Prognose notwendigen Luftschadstoffgutachten und fundierte schalltechnische Untersuchungen wurden nicht erstellt.

Wenn es nicht möglich sein sollte, eine für Gladbeck akzeptable Form des Ausbaus der B224 zu finden, so heißt das nicht, dass die Verhältnisse so bleiben müssen wie bisher. Mit den Instrumenten des Luftreinhalteplans und des Lärmaktionsplans haben Stadtrat und Verwaltung wirkungsvolle Werkzeuge, um die Belastungen der Bürger zu verringern.

 

Gladbeck 1949 vor dem Bau der B 224

Unsere Position zur Galerielösung:

Die Galerielösung verursacht nach unseren Untersuchungen die größten Luftbelastungen aller Varianten, der Lärmschutz ist unzureichend. Durch einen solchen Ausbau würde die Teilung der Stadt zementiert. Daher lehnen wir jeden offenen Ausbau der B224 zur A52 als Galerie oder mit nur kurzen Tunnelabschnitten durch den innerstädtischen Bereich von Gladbeck ab.

 

Hier finden Sie viele weitergehende Informationen (Auf das Bild klicken)

Unsere Position zum Tunnel:

Ein Tunnel hat auch viele Nachteile. Die Anwohner entlang der Tunnelführung wären zwar gut vor Lärm geschützt, die Anwohner außerhalb der Tunnelführung jedoch nicht. Die Belastung der Luft ist weitgehend ungeklärt. Ein Immissionsschutztunnel ist nur dann sinnvoll, wenn er das gesamte Siedlungsgebiet schützt. Das heißt, die Portale müssen außerhalb der Wohngebiete liegen. Als Forderung einer Tunnelvariante durch Gladbeck haben wir deshalb eine durchgehende Tunnelführung diskutiert ,die über die Phönixstraße und über die Erlenstraße hinausgeht. Ein solcher Tunnel wird aber gar nicht geplant und wurde auch in der Umweltverträglichkeitsstudie nicht untersucht.

Der in der UVS untersuchte Tunnel wird nur wenige Bürger vor Lärm schützen können. Dazu kommen erhebliche Probleme mit der Luftbelastung in den Wohnsiedlungen im Bereich der Portale und Belüftungseinrichtungen. Die Abgase und der Feinstaub verschwinden nicht, nur weil die Fahrzeuge in einem Tunnel fahren. Eine seriöse Betrachtung der Luftbelastung ist mit den bisher vorliegenden Planungen nicht möglich.

Mit dem Bau eines Tunnels wird ist der Bau eines riesigen, bis zu 15m hohen Autobahnkreuzes an der Freizeitstätte Wittringen unvermeidlich. Die problematische Anschlusssituation am Gewerbepark-Brauck kann mit dem Tunnel nicht gelöst werden, so dass hier Wohngebiete zusätzlich mit Schwerlastverkehr belastet werden. Durch die im Tunnel notwendige Geschwindigkeitsbegrenzung würde die Ortsdurchfahrt Gladbeck zu verkehrsreichen Zeiten ein Engpass bleiben. Hinzu kommen die ungelösten Fragen nach den Gefahrguttransporten im Zusammenhang mit den ADR-Tunnelrichtlinien.

Die Verkehrsführung während der extrem langen Bauzeit (bis max. 10 Jahre) würde zu langjährigen Umleitungen durch weite Bereiche von Gladbeck und die Nachbarstädte führen. Die Straßenschäden müssten nachher auf Kosten der Städte beseitigt werden. Die Höhe der Bau- und Betriebskosten, und wer sie trägt liegt völlig im Dunklen. Hier besteht noch erheblicher Klärungsbedarf.

Ein langer Tunnel durch die Innenstadt, der schon ein sehr großes Zugeständnis an die Nachbarstädte im Norden wäre, kann unter Berücksichtigung aller Vor- und Nachteile allenfalls eine zweitklassige Lösung sein. Alle offiziellen Veröffentlichungen von Bund und Land sagen aus, dass weder Bund noch Land eine solche Lösung finanzieren. Damit kommt es also mit hoher Sicherheit nicht zu einem Tunnel, denn Gladbeck kann solch ein Bauwerk erst recht nicht bezahlen.

 

Heutiger Verlauf der B 224 (Plan der Stadt Gladbeck)

Unsere Position zur Hegevariante:

Die Umgehung Gladbecks und Führung der A52 durch die Heege ist die Variante, die den betroffenen Bürgern den größten Schutz bietet. Bei Einbeziehung der dann unnötigen Parallelstraße zur Autobahn durch das Landschaftsschutzgebiet Pelkumer Feld und dem möglichem Rückbau der jetzigen B224 ist auch der Flächenverbrauch kaum höher als bei einer Führung der Autobahn durch die Stadt. Mit den von Prof. Haller vorgestellten Landschaftsbrücken sind auch die Auswirkungen auf das Landschaftsbild akzeptabel. Selbst in der UVS des Landes NRW wird festgestellt, dass in den kleinen Lebensräumen entlang der B224-Trasse mehr geschützte Tierarten leben und hier mehr alte Bäume, mit wichtiger Immissionsschutzwirkung, einem Ausbau weichen müssten als in der Heege. Die UVS bewertet die Heegevariante zwar als konfliktträchtigste Lösung, allerdings gibt es aus umweltfachlicher Sicht in der landwirtschaftlich geprägten Fläche keine Widerstandspunkte, die den Bau einer Umgehung von vorn herein ausschließen.

Die Umgehung der Innenstadt und Führung der A52 durch die Heege ist unserer Meinung nach insgesamt die für Bürger und Umwelt am wenigsten schädliche Variante. Sie ist stadtverträglich und bietet die meisten Möglichkeiten für positive Veränderungen.

Für den Ausbau der A52 und den betroffenen Abschnitten der A2 sehen wir aktiven Lärmschutz für alle Anwohner, das Freizeitgebiet Wittringen und für alle geschützten Landschaftsteile als unverzichtbare Ausbaubestandteile an. Der aktive Lärmschutz muss so dimensioniert sein, dass die Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte, die bei einem Autobahnneubau gelten, gewährleistet wird. Für den Ausbau der A52 im Bereich der Heege halten wir eine Troglage mit zwei bis drei Landschaftsbrücken erforderlich, der Anschluss an die A2 sollte als Unterführung erfolgen. An der A2 sollte im Bereich zwischen der Feldstraße und der Brokampsiedlung eine Lärmschutzeinhausung, ähnlich der an der A1 in Köln Lövenich oder der A3 bei Nürnberg, erstellt werden. Für die anderen Bereiche sind Flüsterasphalt, Lärmschutzmauern oder Lärmschutzwälle erforderlich.

Unsere Stadt muss als lebenswerter Lebensraum für die Familien erhalten werden. Attraktive Städte wirken der Stadtflucht entgegen und verhindern die weitere Zersiedlung der Landschaft. Zudem ist das Leben in Städten durch kürzere Wege und die Bündelung der Ver- und Entsorgungseinrichtungen sowie der Infrastruktur insgesamt umweltverträglicher.

Sollte ein Ausbau in Galeriebauweise oder als kurzer Tunnel erfolgen, wäre der Schaden für die Umwelt insgesamt größer als bei der Umgehung durch die Heege. Die Siedlungen entlang einer offenen Autobahntrasse würden deutlich an Wohnqualität verlieren. Hierdurch und durch die starke Beeinträchtigung der Sport- und Freizeitanlagen in Wittringen wäre der Schaden für alle Bürger Gladbecks sehr groß.

 

Tunnel- oder Galerieführung auf der Trasse der B 224 (Planung von Straßen.NRW)