Informationen zum Planfeststellungsverfahren zum Bau der A 52

Auf dieser Seite geben wir Informationen zum Planfeststellungsverfahren für die Autobahn A 52 weiter.

Zudem veröffentlichen wir hier Muster und Textbausteine für die Formulierung von Einwendunden gegen die offen gelegten Planungen.

Der Einwand bedarf der Schriftform, er kann aber auch im Rathaus, im Büro - in dem die Offenlage erfolgt - zu Protokoll gegeben werden. Die Bezirksregierung Münster bietet die Möglichkeit an, Einwendungen in rechts-verbindlicher elektronischer Form gemäß § 3 a VwVfG NRW über das Elektronische Gerichts- und Verwaltungspostfach (EGVP) zu senden. Dabei sind aber die organisatorischen und technischen Rahmenbedingungen zur Nutzung der Virtuellen Poststelle (EGVP) zu beachten. Auf die Homepage der Bezirksregierung Münster, www.bezreg muenster.de/startseite/service/elektronisches Gerichts- und Verwaltungspostfach (EGVP), wird hierzu verwiesen. Eine einfache E-Mail erfüllt diese Anforderungen nicht und muss daher unberücksichtigt bleiben.

Einwendungen sind zu richten an die Stadt Gladbeck:

Stadt Gladbeck
Herrn Bürgermeister Ulrich Roland
Rathaus
Willy-Brandt-Platz
45964 Gladbeck

oder an die Bezirksregierung Münster:

Bezirksregierung Münster
Domplatz 1 - 3
48143 Münster


Die Betreffzeile sollte den exakten Abschnitt des Planfeststellungsverfahren bezeichnen. Als Vorlage kann die folgende Betreffzeile verwendet werden:


Einwendungen gegen den Plan für den Bau der A 52 AK Essen-N (B 224) – AD Essen/Gladbeck (m) Teil 02: s AD Essen/Gladbeck (StGr. Bottrop/Gladbeck) – AD Essen/Gladbeck (m) von Bau-km 0 + 000,000 bis Bau-km 1 + 405,547

 

 

Textbausteine für Einwendungen

Wählen Sie aus den folgenden Texten die Abschnitte aus, die ihre persönliche Betroffenheit am besten beschreiben. Sie können umformulieren und die einzelnen Bausteine anders ordnen. 

 

 

Einleitung / Definition des Wohnortes

Sehr geehrte Damen und Herren,  

hiermit erhebe ich Einwendungen gegen den oben genannten Plan.

Ich bin Mieter im Wohngebäude (hier postalische Anschrift einfügen). Meine Wohnung liegt im / in der (auswählen: Erdgeschoss / 1. Etage / 2. Etage /.../ Dachgeschoss).

Oder:

Ich bin (Auswählen: Eigentümer / Miteigentümer / Erbbauberechtigter / Wohnrechtsinhaber / Nießbrauchsberechtigter) des Gebäudes (hier postalische Anschrift einfügen). Im Grundbuch von Gladbeck eingtragen in Blatt (hier Nr. einfügen), Gemarkung Gladbeck, Flur (hier Nr. einfügen), Flurstück (hier Nr. einfügen).

Oder:

Ich bin Eigentümer der Wohnung im Objekt (hier postalische Anschrift einfügen). Im Wohnungsgrundbuch von Gladbeck Blatt (hier Nr. einfügen) eingetragen, bestehend aus einem Miteigentumsanteil an dem Grundstück der Gemarkung Gladbeck, Flur (hier Nr. einfügen), Flurstück (hier Nr. einfügen).

Meine Einwendungen betreffen die folgende Punkte:

(hier weitere Bausteine einfügen)

 

 

Lärm- und Schadstoffbelastung / Umwelt

Sie befürchten Beeinträchtigungen durch Lärm, Feinstaub und Abgase (NO2), oder sie befürchten andere schädliche Umweltauswirkungen, dann finden Sie in diesem Text des Bürgerforum Gladbeck Hilfen zur Formulierung.

Wertminderung von Grund- und Wohneigentum

Durch die im Verkehrsgutachten prognostizierte, konkret zu erwartende massive Zunahme der Lärm- und Luftschadstoffbelastungen wird der objektive Verkehrswert meines Grundstücks gemindert. Mein Eigentumsrecht wird hierdurch beschädigt. Der Grundstücksmarkt reagiert auf den Bau einer überaus emissionsträchtigen Verkehrsanlage mit Wertminderungen der in näherer oder weiterer Nachbarschaft liegenden Grundstücke, auch wenn deren Nutzung als solche vom Vorhaben gar nicht beeinträchtigt wird. Die Nutzung meines Grundstück durch die dargestellten Immissionen und sonstigen Auswirkungen des Vorhabens sind nicht nur unwesentlich beeinträchtigt. Die vorgesehenen aktiven und passiven Lärmschutzmaßnahmen können hieran nichts ändern, da sie auf Ermittlungsdefiziten beruhen.

 

 

Beeinträchtigungen während der Bauzeit

Vor allen Dingen die Beeinträchtigungen während der Bauzeit werden Ihre Lebensqualität über Jahre erheblich mindern. In diesem Text des Bürgerforum Gladbeck finden Sie die passenden Bausteine.

Beeinträchtigung von Wittringen

Wie schon beschrieben, wird mit dem Bau der A52 in zwangsweise auch der Bau eines Autobahnknotenpunktes mit der A2 nahe der Freizeitstätte Wittringen verbunden sein. Wittringen ist im Ballungsraum Ruhgebiet ein beliebtes Ausflugsziel. Vor allem an Wochenendtagen findet man auf den Parkflächen Fahrzeuge aller umliegenden Städte. Auch ich nutze dieses Freizeitgebiet häufig für Aufenthalte. Aufgrund der mir bisher bekannten Planungen wäre mit einer wesentlichen Beeinträchtigung des Freizeitgebietes Wittringen, somit meiner Lebensqualität und der Lebensqualität vieler Besucher aus Gladbeck und den umliegenden Städten, zu rechnen. Auch andere von mir genutzte Erholungs- und Naturräume wie das Pelkumer und das Natroper Feld sowie die Haldenlandschaften werden erheblich beeinträchtigt. Sportstätten wie das denkmalgeschützte Gladbecker Freibad oder das denkmalgeschützte Stadion (Vestische Kampfbahn) werden durch Immissionen belastet. Gegen diese Belastungen erhebe ich Einwände.

 

 

Maßlosigkeit der Planung

Der Bau des Kreuzes mit seinen gravierenden Nachteilen für die Bürger der Stadt Gladbeck ist nicht erforderlich. Der Fernverkehr kann auf bestehende Autobahnen verwiesen werden. Für den Personenverkehr in Nord-Süd-Richtung wäre der Rückbau der B 224 zu einer stadtverträglichen Trasse eine bessere Lösung.

Ungeachtet dessen ist auch der tatsächliche Ausbaubedarf für das Autobahndreieck in diesem Umfang und in dieser Ausdehnung nicht gegeben. Das Bauwerk ist zur Erreichung der planerischen Verkehrsfunktionen nicht erforderlich. Die Maßnahme führt insgesamt zu einem Flächenbedarf von ca. 38 Hektar mit massiven Veränderungen im bisherigen Landschaftsbild. Für die Ableitung des überregionalen Verkehrs auf der Süd-West-Achse von Essen in Richtung Oberhausen sowie auf der Nord-Ost-Achse in Richtung Hannover ist ein Bauwerk mit einer solch immensen Flächeninanspruchnahme nicht notwendig. Dies ist landesweit einmalig. Mit einem geringer dimensionierten Bauwerk würde das Ziel der Ableitung des überregionalen Verkehrs, so er denn nicht bereits über bestehende Autobahnen abgeleitet werden kann, in gleicher Weise erreicht werden können.

Wiederum unabhängig hiervon wäre eine Umleitung des Schwerlastfernverkehrs im Bereich des Autobahnkreuzes Recklinghausen A43/A2 möglich, so dass verringerte Verkehrsabflüsse allein durch Individualverkehr sogar unter Verzicht auf den Ausbau und unter Verzicht auf ein Kreuzungsbauwerk möglich wären.

Die geplanten Bauwerksbildungen im Teilabschnitt 02 stellen sich daher sowohl im Hinblick auf die Sicherstellung der Verkehrsfunktionen als nicht notwendig und in Bezug auf die Beeinträchtigung der übrigen massiv betroffenen Schutzgüter, insbesondere meiner Gesundheit und (Zusatz bei Eigentümern:) meinem Grundeigentum als unverhältnismäßig dar.

Damit liegt auch ein Verstoß gegen das planungsrechtlich zwingende Vermeidungsgebot des § 15 Abs. 1 BNatSchG vor.

 

 

Einwendungen gegen das Planfeststellungsverfahren Autobahnkreuz A2 / A 52 aus Radfahrersicht

Die Erreichbarkeit der touristischen Ziele Wittringen und der sich in Entwicklung befindlichen Haldenlandschaft Brauck (Mottbruchhalde) per Rad wird stark eingeschränkt und der Erholungswert beider Örtlichkeiten minimiert, wenn nicht sogar durch Lärm und Staub des geplanten Autobahnkreuzes aufgehoben.
   
Insgesamt erschwert die vorliegende Planung das Erreichen der wichtigsten Erholungsgebiete Gladbecks per Rad und schneidet die Stadt damit faktisch von der Route Industriekultur und den Chancen des zunehmenden touristischen Freizeitverkehrs ab. Die Bürger Gladbecks werden dadurch in ihrer Mobilität per Rad stark behindert und benachteiligt.

1. Die Wegverbindungen, um aus dem Süden Gladbecks und den Nachbarstädten Gelsenkirchen und Herne mit dem Fahrrad nach Essen, Bottrop und Oberhausen zu gelangen, werden stark eingeschränkt.

2. Durch das Abbinden des Gewerbeparks Brauck kann der Gewerbeverkehr nur durch Wohnstraßen geleitet werden.   

zu 1) Zurzeit bestehen an folgenden Stellen Querungsmöglichkeiten:   

a) Phönixstraße / Bohmertstraße:    

Um Wittringen zu erreichen, führt eine wichtige Verbindung an der Phönixstraße über die B224 zur Bohmertstraße. Dieses Kreuzen der B224 wird massiv zeitlich verzögert werden, da fest davon auszugehen ist, dass die Grünphase für die Phönixstraße wegen des zunehmenden Verkehrs auf der B224 noch weiter verkürzt werden wird. Das bedeutet längeres Stehen an der B224 mit dicht vorbeirauschendem LKW-Verkehr. Der Verkehr auf der B224 wird schneller fahren, weil die abbremsende Ampel zur A2 fehlen wird. Das führt zu mehr Lärm, höherer Luftverschmutzung und größerer Gefährdung der wartenden Radfahrer und Fußgänger.
Erschwerend kommt hinzu, dass es an der Phönixstraße weder Radverkehrsanlagen gibt noch geeignete Aufstellflächen für den Radverkehr. Da der LKW-Verkehr aus dem Gewerbepark hier heraus geleitet werden muss, ist mit einer starken Gefährdung der Radelnden zu rechnen.

b) Kösheide   

Während der mehrjährigen Bauphase ist keine Querung mehr vorgesehen. So entfällt der überregionale Radweg R 25, der von Wittringen in die Braucker Haldenlandschaft führt.
Danach sehen die Planungen eine Brücke vor. Sollte der LKW-Verkehr des Gewerbegebiets über eine noch von der Stadt Gladbeck zu bauenden Parallelstraße nach Bottrop geführt werden, wird dieser über die Welheimer Straße die Parallelstraße erreichen. Die Welheimer Straße ist heute als schmale und kurvenreiche Straße als ungeeignet für den LKW-Verkehr gesperrt. Radfahrer müssen dann mit einer stark steigenden Unfallgefahr rechnen, da schützende Radverkehrsanlagen nicht vorhanden sind.    

c) Welheimer Str. / Im Gewerbepark
Die Querung der B224 / A52 an der Welheimer Straße/ Im Gewerbegebiet wird völlig entfallen, so dass es keine für Radfahrer geeignete Wegeverbindung nach Westen mehr geben wird.

zu 2)    
Folgende Straßen müssen den Verkehr aus dem Gewerbegebiet aufnehmen. Sie alle sind für den Alltagsradverkehr zwischen dem Norden und dem Zentrum der Stadt einerseits und den südlichen Stadtteilen andererseits sehr wichtig.   

a) Phönixstraße        

Die Phönixstraße (Tempo 40) ist durch Anwohnerparken eng. In Kürze wird zwischen Phönixstraße und Eichendorffstraße ein neues Wohngebiet errichtet, was zu weiterem Anliegerverkehr führen wird. Die damit schon stark beanspruchte Straße muss dann zusätzlich den LKW-Verkehr aus dem Gewerbegebiet aufnehmen.   

b) Phönixstraße -> Diepenbrockstraße -> Steinstraße        

Auch über die Steinstraße lässt sich die B224 erreichen und daher wird sie als Ausweichstrecke für die überlastete Phönixstraße benutzt werden. Diepenbrock- und Steinstraße liegen in einer Tempo 30-Zone mit Grundschule und Kindergarten.    

c) Helmutstraße        

Sie wird den Verkehr aus dem Gewerbegebiet Richtung Gelsenkirchen weitgehend aufnehmen müssen. Eine zentrale innerstädtische Nord-Süd-Radwegeverbindung kreuzt sie am „Nattkamp“, was durch die zu erwartende starke Verkehrszunahme erschwert und gefährlicher werden wird. Diese Verbindung wird gerade vom Schülerverkehr stark genutzt. Um die Gefährdung von Radfahrern und Fußgängern auf der Helmutstraße in Grenzen zu halten, ist bereits jetzt Tempo 40 angeordnet. Der zunehmende LKW-Verkehr wird die Sicherheit für diese Gruppen sehr  verschlechtern.     

d) Welheimer Straße       

Über sie wird der Verkehr in den Kreisverkehr zur Horster Straße geleitet werden, die in den nächsten Jahren zur Stadtgrenze Gelsenkirchen hin umgebaut werden wird. Dort wird dann mit Staus und dadurch einer extremen Gefährdungslage für den Radverkehr zu rechnen sein, was besonders den Schülerverkehr (Sek. 1) betreffen wird.    

e)  Rossheide        

Sie wird aus der Boye-Straße oder den Kreisverkehr kommend ebenfalls den Verkehr Richtung Gelsenkirchen-Horst, Bottrop (Zubringer zur neuen A 52) und Essen-Karnap aufnehmen. Als indirekte Autobahnzubringer und kürzeste Wegeverbindung dorthin ist sie komplett ungeeignet, denn in ihr gilt wegen ihrer Schmalheit, den parkenden Anwohnerautos sowie anliegender Grundschule und Kindergarten Tempo 30. Die dort noch vorhandenen alten Radverkehrsanlagen sind in einem schlechten Zustand, viel zu schmal und widersprechen der StVO komplett.         

Fazit: Um die beschriebenen zu erwartenden massiven Verschlechterungen und Gefährdungen für den Radverkehr, die Fußgänger und die Anwohner zu vermeiden, müsste das Gewerbegebiet Brauck komplett aufgegeben werden – oder aber die vorliegende Planung des Autobankreuzes so nicht durchgeführt werden

Allgemeiner Deutscher Fahrradclub   
Ortsgruppe Gladbeck   
im Kreisverband Recklinghausen

Einwendungen der Stadt Gladbeck

In seiner Sitzung vom 5. Februar hat der Rat der Stadt Gladbeck im Rahmen des Anhörungsverfahrens im Planfeststellungsverfahren eine Stellungnahme der Stadtverwaltung beschlossen.

Auszug:

Die B 224 nördlich des geplanten Autobahndreiecks ist bereits zum heutigen Zeitpunkt an der Grenze ihrer Belastbarkeit angelangt. Das im Zuge des Ausbaus zu erwartende Verkehrsaufkommen kann die Straße in keinem Fall bewältigen (siehe Verkehrsuntersuchung Netzvarianten D und E, Ergebnisbericht, Januar 2011, Anlage 2 - 1, Ingenieurgesellschaft Stolz). Dies gilt insbesondere für die Knotenpunkte Schützenstraße, Goethestraße und Phönixstraße. Die exorbitant zu erwartenden Staubelastungen würden auf dem Gebiet der Stadt Gladbeck zu nicht beherrschbaren Verkehrszuständen führen.

Hier gehts zu den Einwendungen der Stadt Gladbeck