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Olaf Jung

Schädliche Emissionen aus der Moltkehalde I in Gladbeck

Anfrage an die Bezirksregierung gemäß Umweltinformationsgesetz NRW

Bei der Moltkehalde handelt es sich um eine Bergehalde mit deren Schüttung etwa um 1900 begonnen wurde. Wie zu dieser Zeit üblich, enthielt das Abraummaterial aus dem Bergwerk Graf Moltke einen höheren Kohleanteil als neuere Halden. Anfang der 1980er Jahren kam es dann vermutlich zur Selbstentzündung, seit etwa 40 Jahren gibt es einen Schwelbrand im Inneren der Halde Moltke I in Gladbeck. Anwohner berichten seit Jahren davon, dass der unangenehme Geruch, der von der Halde ausgeht, besonders im westlichen Bereich zunimmt. Seit einigen Monaten beschweren sich südlich der Halde lebende und arbeitende Menschen über unzumutbare Geruchsbelästigungen bei bestimmten Witterungsverhältnissen und sorgen sich um ihre Gesundheit. 

Die Ratsfraktion DIE LINKE. Gladbeck hat daher am 02. Oktober 2018 eine Anfrage an den Bürgermeister gerichtet um über die möglichen Gefahren Klarheit zu erhalten (Anlage). Die Antwort der RAG-Montan-Immobilien GmbH, die uns am 20. Dezember 2018 vom Bürgermeister zugestellt wurde, war insbesondere bei den Aussagen zur Gefährdung der Anwohner völlig unzureichend (Anlage). 

Parallel dazu berichtete die lokale Presse am 13. Dezember 2018 über eine Anfrage des BUND an die Bezirksregierung Arnsberg zu dem Schwelbrand in der Moltkehalde und deren ökologischen Risiken. In dem Bericht hieß es, dass im Inneren der Halde Temperaturen bis zu 260°C gemessen wurden. (https://www.waz.de/staedte/gladbeck/bund-warnt-moltkehalde-brennt-immer-noch-mit-260-grad-id216010991.html)

Am 24. Juli 2019 erfolgte dann aufgrund einer Pressemitteilung der RAG-Montan-Immobilien GmbH eine Warnung an die Bevölkerung, auf der Halde könne es zu lebensbedrohlichen Konzentrationen von Schadstoffen kommen. Die Temperatur in der Halde wurde mit bis zu 360°C angegeben. Angesichts der enormen Temperaturerhöhung in einem halben Jahr muss wohl davon ausgegangen werden, dass der Schwelbrand innerhalb der Halde außer Kontrolle geraten ist. https://www.waz.de/staedte/gladbeck/schwelbrand-in-der-gladbecker-moltkehalde-hat-sich-verstaerkt-id226576943.html

Schließlich berichtete am 31. Juli 2019 auch die Presse über die Weigerung der RAG-Montan-Immobilien GmbH, Informationen zu den schädlichen Emissionen aus der Halde an die Öffentlichkeit zu geben. In dem Bericht ist neben Stoffen wie Wasserstoff, Kohlenmonoxid oder Methan auch von polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (kurz PAK), Benzol, Dioxinen und Furanen die Rede. https://www.waz.de/staedte/gladbeck/umweltbelastung-rag-verweigert-details-zur-moltkehalde-id226637709.html

Am 02. August gab es dann einen weiteren Bericht in der WAZ, in dem Details über einige Messergebnisse der Bezirksregierung Arnsberg aus dem letzten Jahr genannt wurden. https://www.waz.de/staedte/gladbeck/bezirksregierung-arnsberg-nennt-details-zur-moltkehalde-id226657653.html

In diesem Zusammenhang bitten wir Sie um die einfache schriftliche Auskunft oder die Einsichtnahme in Umweltinformationen vor Ort zur Beantwortung folgender Fragen:

  • Wie haben sich die Emissionen von CO, CO2, CH4 und H2 in den letzten 10 Jahren entwickelt?
  • Sind der Bezirksregierung Arnsberg von dritter Seite Ergebnisse von Immissionsmessungen, die direkt im Wohnumfeld der nahe bei der Moltkehalde I ansässigen Anwohner gemacht wurden, übermittelt worden? Wenn ja, von wem, mit welchem Messdatum, zu welchen Schadstoffen und mit welchem Ergebnis?
  • Wie haben sich die Temperaturen in der Bergehalde Graf Moltke I sowohl oberflächennah als auch in den Messpegeln in den letzten 10 Jahren entwickelt?
  • Sind die Abdichtungen des Wärmebereiches, die vor einigen Jahren durchgeführt wurden, noch intakt?
  • Ist sichergestellt, dass es zu keiner weiteren Ausdehnung des Haldenbrandes kommen kann?
  • Mit welchem Verfahren wird das notwendige Rissmonitoring auf dem steilen und unübersichtlichen, teils mit Totholz bedeckten und teils bewachsenen Westhang der Halde durchgeführt?
  • Beabsichtigt die Bezirksregierung Arnsberg, angesichts zunehmender Bürgerbeschwerden und der Temperaturerhöhung in der Halde, in nächster Zeit vor Ort Messungen zur Ermittlung von Art und Umfang der Emissionen der Moltkehalde I durchzuführen?
  • Kann ausgeschlossen werden, dass in der Halde Moltke I neben Waschbergen und Teufbergen auch Kesselschlacke oder Kokereiabfälle wie Steinkohlenteer oder phenolhaltige Schlämme abgelagert wurden?
  • Wird das von der Halde Moltke I abströmende Grundwasser überwacht? Nach welchen Schadstoffen wird gesucht und welche Werte wurden in den letzten 10 Jahren gemessen?
  • Wird das von der Halde Moltke I abfließende Oberflächenwasser überwacht? Nach welchen Schadstoffen wird gesucht und welche Werte wurden in den letzten 10 Jahren gemessen?
  • Besteht künftig die Gefahr, dass der Bachlauf an der Westseite der Halde und Teile des anschließenden Betriebsgeländes einer Baumschule sowie die Straße "Kösheide" durch Hangrutschungen oder Steinschläge in Gefahr sein könnten? Sind großräumigere Absperrungen als bisher zu erwarten?

 


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