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Olaf Jung

Dem Klimawandel lokal begegnen

Die Ratsfraktion DIE LINKE beantragt, den Tagesordnungspunkt

„Dem Klimawandel lokal begegnen“

auf die Tagesordnung der Sitzung des Stadtplanungs- und Bauausschusses am 13. Juni 2019 zu setzen.

Begründung:

Der nahezu tropische Sommer 2018 im Ruhrgebiet hat vielen Menschen bewusst werden lassen, dass der Klimawandel längst im Gange ist. Berechnungen von Klimaexperten zeigen, dass diese Temperaturen im Ruhrgebiet bald die Regel werden.

Die Berechnungen des Regionalverbandes Ruhr (RVR) lassen erwarten, dass dieser Hitzestress vor allem in den dicht bebauten Kernzonen der Städte stark ansteigen wird. Insbesondere „Tropennächte“ in denen die Temperaturen nicht unter 20 Grad fallen werden besonders von älteren Personen als belastend empfunden. Nach den Prognosen wird es in den Jahren 2021 bis 2050 in den dicht bebauten Innenstädten des Ruhrgebiets bis zu 30 Tropennächte im Jahr geben. Vor 1990 gab es nur maximal drei solche Nächte pro Jahr. Die Zahl der „heißen Tage“ mit über 30 Grad soll nach den Prognosen des RVR auf bis zu 45 pro Jahr steigen – etwa eine Verdoppelung zum heutigen Stand.

Es sei zu erwarten, dass die getroffenen Maßnahmen der Bundesregierung nicht ausreichen, um die selbst gesetzten Klimaziele zu erreichen. Auch international werden Klimavereinbarungen gekündigt oder nicht eingehalten, damit ist eine unkontrollierbare globale Erwärmung mit nicht absehbaren Folgen nur schwer zu verhindern.

Darüber hinaus erfordert der Schutz des städtischen Mikroklimas auch lokales Handeln. Nur so kann die Klimaresilienz der städtischen Räume gewährleistet werden. Die Auswirkungen der Klimakrise müssen vor Ort mit den Mitteln der Stadtplanung minimiert werden. Hierzu ist der Erhalt von Freiflächen als Grüner Infrastruktur zur Kaltluftentstehung und Regenwasserversickerung notwendig. Die Relevanz dieses Themas wird aktuell auch in dem Forschungsprojekt ZUKUR – Zukunft Stadt-Region-Ruhr deutlich, in dem die Stadt Bottrop als städtisches Reallabor fungiert. 

Wir beobachten, dass in unserer Stadt in den letzten Jahren selbst Grundstücke, die zuvor über Jahrzehnte brach lagen, entwickelt und bebaut werden. Viele kleine grüne Oasen gehen dadurch verloren. Der in der Aufstellung befindliche Regionalplan unterscheidet Siedlungsraum und Freiflächen nicht mehr detailliert, viele kleine Freiflächen werden in Zukunft als Siedlungsraum ausgewiesen. Die noch unbebauten Flächen in Gladbeck müssen daher auf ihre Bedeutung für das Stadtklima und die Verbindungsfunktion zu Kaltluftentstehungsgebieten bewertet werden. Mit dieser Datenbasis können die für das Stadtklima wichtigen Flächen identifiziert und geschützt werden.

Beschlussvorschlag:

Die unbebauten Grundstücke in der Stadt Gladbeck, die im Regionalplan als allgemeiner Siedlungsbereich (ASB) ausgewiesen sind werden auf ihre Bedeutung für das Stadtklima und die Klimafolgenanpassung untersucht.


Der Antrag wurde in der Sondersitzung des Umweltausschusses vom 03.06.2019 abgelehnt.
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