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Entbindungsstation in Gladbeck erhalten, menschlich statt wirtschaftlich

15. Juli 2016
Rüdiger Jurkosek Krankenhäuser, Gesundheitspolitik

Über lange Zeit hatte die FDP die Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft vertreten. Wenn die FDP jetzt entgegen der geltenden Rechtsordnung noch nicht mal soziale Vorgaben bei der medizinischen Grundversorgung der Bevölkerung akzeptiert, dann wird damit eine Politik für eine gewinnmaximierende Gesundheitspolitik ohne Versorgungssicherheit der Bürger propagiert. Das ist ein Rückfall in frühkapitalistische Wirtschaftsformen, den DIE LINKE schon lange befürchtet hat. Auf Bundes- und Landesebene wird schon seit einiger Zeit Klientelpolitik betrieben, in Gladbeck hat man wohl das Soziale über Bord geworfen als die Piraten ins Boot geholt wurden.

Krankenhäuser sind kein beliebiger Wirtschaftsbetrieb, sondern dienen dem Allgemeinwohl.

Wenn man im Gesundheitswesen über Kostendeckung und Einsparung redet muss man auch sehen wo im Gesundheitswesen satte Gewinne gemacht werden, anstatt auf Kosten von Patienten und Beschäftigten zu sparen.

Die Schließung von Entbindungsabteilungen ist Ziel der Krankenhausbedarfsplanung in NRW mit dem Ziel in den Perinatalzentren eine höhere Auslastung zu erreichen, dabei nimmt man die Ausdünnung der Versorgung in der Fläche in Kauf. Schon in den letzen 15 Jahren wurden in NRW 36 Einrichtungen geschlossen. Verantwortlich dafür ist die Landesregierung.

Die Entbindungsabteilung im St.-Barbara-Krankenhaus ist ein wichtiger Standortfaktor in unserer Stadt und vermutlich mehr wert als der angebliche Verlust, den die Geburtshilfe macht. Einrichtungen wie die Elternschule, in der bisher ab der 20. Schwangerschaftswoche Geburtsvorbereitung, Schwangerschaftsgymnastik, Elternseminare, Kreißsaal Führungen angeboten wurden könnten nicht mehr stattfinden. Auch das Projekt „Kinder im Blick“, bei dem in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Gladbeck alle in Gladbeck geborenen Kinder noch auf dieser Station mit einem Willkommensgeschenk begrüßt werden und die Betreuungsangebote der Stadt vorstellt werden, könnte nicht mehr weitergeführt werden.

Wenn dann noch von FDP-Seite, mit der Bemerkung: „Für Mutter und Kind sei es medizinisch immer sicherer, in einem Krankenhaus mit angeschlossener Kinderklinik zu entbinden.“, die Entbindungsabteilung im St. Barbara Hospital als nicht sicher dargestellt wird, dann dient das nur der Panikmache und Verunsicherung der Bevölkerung. Frau Dohmann verschweigt, dass das St. Barbara Hospital eine Kooperation mit der Kinderklinik im Bergmannsheil in Gelsenkirchen-Buer hat und über eine Neugeborenen-Intensiveinheit verfügt. Im St. Barbara Hospital werden Gladbecker Kinder jetzt und auch in Zukunft sicher geboren.

Rüdiger Jurkosek

DIE LINKE. Gladbeck Vorsitzender

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