Skip to main content
Gefiltert nach Kategorie Schulsozialarbeit Filter zurücksetzen

Ursachen bekämpfen und nicht "rumdoktern"!

21. April 2017
Rüdiger Jurkosek Schulsozialarbeit

Bürokratiemonster helfen nicht weiter

 

Zum Resümee der Arbeit der SchulsozialarbeiterInnen und zum (BuT) Bildungs- und Teilhabegesetz, nimmt Ralf Michalowsky, Landtagskandidat der LINKEN Stellung: 

DIE LINKE hat sich in den letzten Jahren in Gladbeck und im Kreis Recklinghausen stets für den Erhalt der Schulsozialarbeit eingesetzt, weil sie diese Arbeit für einen sinnvollen Baustein zur Armutsverwaltung hält. Wenn Frau Arndt allerdings sagt, "Wir haben Kontakt zu denen, die wirklich wollen.", dann spricht dieser Satz Bände. Wollen alle die nicht "wirklich", zu denen die zehn Schulsozialarbeiter keinen Kontakt haben? 

Dass Gladbeck zu den Armenhäusern des Ruhrgebietes zählt, ist seit einiger Zeit kein Geheimnis mehr. Die Frage ist aber, wie kann man diesen Zustand ändern und nicht, wie man ihn am besten verwalten kann. Es muss erkennbarer werden, dass wir uns konsequent für die Verbesserung der Lebenssituation der „abgehängten Menschen“ einsetzen. Dabei dürfen wir uns nicht von den Bürokratiemonstern wie dem BuT zufrieden geben. 

Dem zum Mindestlohn arbeitenden Lagerarbeiter, der nur über die Runden kommt, wenn er für seine fünfköpfige Familien Wohngeld, Kindergeld und noch einen Zuschuss von Staat bekommt, kann man nicht mit einem Monster wie dem Teilhabekonzept kommen. Er will nicht regelmäßig Formulare ausfüllen um 15 Euro für den Sportverein seiner Kinder zu bekommen. Er will auch keinen Sozialarbeiter, der ihm dabei hilft. 

Die Menschen haben auch keinerlei Verständnis für diese kleinteilige Politik, bei der sie anschließend doch immer den Kürzeren ziehen. Da wird wochenlang in den Medien diskutiert, ob man den Hartz IV–Satz um 5 oder 6 Euro erhöht. Doch im Hintergrund werden schon andere Leistungskürzungen beschlossen und es wird an den Sanktionsschrauben gedreht. Unterm Strich wird es wieder weniger. Hier muss die Politik deutlich anders auftreten! 

Arme Menschen haben existentielle Sorgen. Sorgen mit denen sie täglich zu kämpfen haben. Ihre Kinder leben in Armut und kennen keine anderen Einkünfte als Hartz IV. Ihre Ehepartner leiden unter dem Mangel und der Familienverbund wird immer loser. „Freunde“ wenden sich ab und die Verwandtschaft will auch nicht dauernd angepumpt werden. Das ständige Bittstellen belastet die Psyche, wenn die Kinder nur mit fremder Hilfe an einer Klassenfahrt teilnehmen können und wenn die Behörden das Geldgeschenk der Oma zur Konfirmation kassieren, dann steht so mancher kurz vor einem Gewaltausbruch. 

Gleichzeitig wohnen in NRW 124 der reichsten 500 Deutschen. Diese 124 besitzen ein Gesamtvermögen das dreimal so hoch ist wie der Landeshaushalt, der rund 60 Mrd. Euro beträgt und gleichzeitig sind über 654 000 Kinder in NRW von Armut bedroht. Damit muss Schluss sein! 

Die Agenda-Parteien SPD, CDU, FDP und Grüne haben dafür gesorgt, dass Deutschland zu einem Billiglohnland geworden ist. Sie haben dabei gezielt in Kauf genommen, dass viele Familien in Armut landen. Gleichzeitig steht Deutschland wegen seiner immensen Außenhandelsüberschüsse in der Kritik. Nur kann sich die alleinerziehende Mutter von zwei Kindern, die nur einen schlechtbezahlten Teilzeitjob hat und aufstocken muss, vom Außenhandelsüberschuss nichts kaufen.

Schulsozialarbeit erhalten - Schulsozialarbeit gehört ins Schulgesetz

25. Juli 2016
Rüdiger Jurkosek Schulpolitik, Schulsozialarbeit

In vielen Städten Nordrhein-Westfalens, auch in Gladbeck, schrillen die Alarmglocken, der Erhalt der Schulsozialarbeit steht wieder auf der Kippe.
Vor fünf Jahren hat der Bund das Bildungs- und Teilhabepaket aufgelegt. In diesem Paket enthalten war auch Geld für zusätzliche Sozialarbeiter an Schulen. Zuvor gab es in NRW 1.100 beim Land angestellte Schulsozialarbeiter. Mit dem Geld aus dem Bildungspaket konnten die Städte 1.500 weitere Pädagogen anstellen -  befristet für drei Jahre. Die Bundesregierung und die zuständige Ministerin Andrea Nahles (SPD) sahen keinerlei Veranlassung, das Programm fortzuführen obwohl die Probleme weiterhin bestanden. Nachdem die Finanzierung mit dem Jahr 2014 ausgelaufen war sicherte das Land NRW für weitere drei Jahre (bis Ende 2017) die Schulsozialarbeit. In zahlreichen Kommunen NRWs, auch in Gladbeck, hat DIE LINKE die Forderungen vom „Aktionsbündnis Schulsozialarbeit“ unterstützt, Schulsozialarbeit als dauerhafte Aufgabe an den Schulen zu sichern und im Schulgesetz zu verankern. Dennoch steht die Schulsozialarbeit wieder vor dem Aus!

 

Schon der Streit zwischen Landes- und Bundesregierung über die Finanzierung der Schulsozialarbeit 2014 hat niemanden geholfen. Die Landesregierung und die sie tragenden Parteien SPD und Grüne müssen endlich aufhören, bei der Schulsozialarbeit herumzueiern: Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter brauchen sichere Arbeitsplätze und keine prekäre befristete Beschäftigung. Schulsozialarbeit gehört als Aufgabe aller Schulen ins Schulgesetz. Damit wäre sie gesichert und nicht von der Kassenlage der Kommune abhängig. Sie dient allen Kindern und Jugendlichen, egal ob bedürftig oder nicht, egal aus welcher Familienkonstellation, egal an welcher Schulform. Hannelore Kraft wollte kein Kind zurücklassen. Daran muss man sie erinnern und deshalb muss Schulsozialarbeit ins Schulgesetz!


Archiv