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Olaf Jung

DIE LINKE thematisiert Cumol-Belastung in Zweckel im Umweltausschuss und im Kreis Recklinghausen

Die Kreisverwaltung Recklinghausen informiert die Anwohner im westlichen Umfeld der Ineos Phenol GmbH in Gladbeck in diesen Tagen über eine mögliche Belastung des Grundwassers. Grund sind besorgniserregende Verunreinigungen des Grundwassers durch die Chemische Industrie. Zum Schutz der Bewohner sollen private Brunnen im Bereich zwischen Frentroper Straße, Uechtmannstraße, Forststraße und Schanzenheide, sowie an Hyssenstraße, Schanzenhof, Dechenstraße und Bellmannstraße untersucht werden. Die Ende 2016 auf dem Betriebsgelände der Ineos Phenol GmbH entnommenen Proben bestätigten die Verunreinigungen des Grundwassers mit Cumol.

Cumol (Isopropylbenzol) ist ein aromatischer Kohlenwasserstoff mit scharfem, aromatischem Geruch, es bildet leicht entzündliche Dampf-Luft-Gemische und reizt die Atmungsorgane. Es kann zudem die Haut (Brennen/Jucken) und die Augen reizen, die Leber schädigen und zu Schwindel und Benommenheit führen. Die IARC stufte Cumol im Jahr 2013 als möglicherweise krebserzeugend ein.
Seit Gründung der INEOS Phenol (damals Phenolchemie) im Jahre 1952 gab es in dem Gladbecker Werk mehrere schwere Unglücke. Den ersten schweren Unfall gab es 1953, 1963 kam es in der Konzentrierung zu einer Explosion mit Brand und 1973 hat sich in dem Werk ein Großbrand mit Millionenschäden ereignet. Zudem gab es 1968 einen schweren Störfall. Eine Verantwortung für die Bodenbelastungen mit Cumol wird von dem Chemieunternehmen laut Presseberichten bestritten.

Die Ratsfraktion DIE LINKE. Gladbeck hat für die nächste Sitzung des Umweltausschusses den Tagesordnungspunkt „Boden- und Grundwasseruntersuchungen auf dem Werksgelände der Ineos Phenol GmbH“ beantragt. Damit soll der Stand der Untersuchungen der Unteren Umweltbehörde und die möglichen Folgen für die Anwohner geklärt werden.

Parallel dazu hat sich die LINKE Fraktion im Kreis Recklinghausen mit einer Anfrage an den Landrat gewandt. Hiermit soll die Haftungsfrage und die Auswirkungen für die Anwohner geklärt werden. „Es kann doch nicht wahr sein, dass ein Chemiewerk, in dem es mehrere Großschadensereignisse gab, jede Verantwortung abstreitet und die Ursachen bis in die Kaiserzeit verschieben will. Wir wollen die Verantwortlichkeit aufklären, damit die Bürger nicht zusätzlich zu den Belastungen durch die Umweltschäden auch die Kosten deren Beseitigung zu tragen haben“, so Ralf Michalowsky, der Landtagskandidat der LINKEN und Fraktionsvorsitzender im Kreis.


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